Österreichischer Klub

 für Terrier (ÖKfT)

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Strau, am 27. Juni 2021

 

Geschätzte Terrierfamilie, liebe Terrierfreunde! 

Ich erlaube mir, mich angesichts der gestern abgehaltenen Generalversammlung des Österreichischen Kynologenverbandes (ÖKV) einerseits, andererseits aber auch, um Ihnen/Euch sonstige Neuerungen vorzustellen, an Sie/Euch zu wenden.

Für nahezu ein Dreivierteljahr, nämlich seit Ende September letzten Jahres, fuhr COVID-bedingt unsere Kynologie mehr oder weniger durchgehend auf „Sparflamme“. Ich will mich dabei gar nicht jenen anschließen, die unser Ausstellungswesen als den zentralen Punkt all unserer Bestrebungen bejammerten, denn – Hand auf´s Herz – viel wichtiger sollte uns sein und ist uns hoffentlich auch der harmonische Umgang mit unseren geliebten Vierbeinern im Familienverband, bei deren auch arbeitsmäßigem Einsatz und vor allem im Rahmen gediegener, wohl vorbereiteter Zucht.

Für all jene, die schon seit jeher lange vorausplanend ihre Zucht betrieben, die sich der Qualität und nicht der Quantität verschrieben hatten, gab es wenig Grund zu lamentieren; anders freilich für jene (wenig Schützenswerten), die die COVID-Zeit dazu nutzten, selbst auf die Zuchtschiene der vergrößerten Nachfrage wegen aufzuspringen, um rasch und ohne jede Perspektive ´mal ein zwei drei Würfe zu produzieren. Wir, die wir mit einer einzigen Ausnahme in Tulln 2020 während der letztlich fast 1 ½ vergangenen Jahre uns daher sehr auf den „eigenen Hundebereich“ konzentrierten, brennen nunmehr freilich darauf, wieder ein wenig (oder durchaus auch mehr) Ausstellungsluft zu schnuppern und über die Grenzen des eigenen Gartens hinweg wieder alte Bekannt- und Freundschaften am Rand der Ausstellungsringe wieder aufleben zu lassen.

Diese Stimmung war – bei aller dieser speziellen Sitzung beinahe traditionellen Lethargie der meisten Delegierten – durchaus auch bei der General-versammlung des ÖKV spürbar. Mag zu konzedieren sein, dass freilich die Ausrichtung einer („all breed“) Internationalen Hundeausstellung unverhältnismäßig schwerer zu administrieren ist, als nationale, insbesondere kleinere, von den Verbandskörperschaften selbst ausgerichtete Hundeausstellungen, dennoch ist es unbefriedigend, dass unser Kynologenverband im Gegensatz zu jenen benachbarter Länder keinerlei Bemühungen oder gar innovative Gedanken an den Tag legte, ihre Internationalen Ausstellungen im Ablauf zu adaptieren, ins Freie zu verlegen und so über die Runden zu bringen.

Gerade deshalb war es meinem Vorstandsfreund und ebenfalls Delegiertem Heinz Parteder und mir eine ganz besondere Genugtuung zu erreichen, dass dem von uns initiierten, bislang seitens der Verantwortlichen des ÖKV ebenso begründungslos wie aber kategorisch abgelehnten Antrag, vorerst beschränkt auf die derzeitige COVID-Phase die Zahl der von Verbandskörperschaften auszurichtenden Ausstellungen mit CACA-Vergabe (von bisher 3 pro Jahr) auf 5 (!) anzuheben, mit überwältigender Mehrheit zugestimmt wurde. Ein wechselseitiger Blick zwischen uns beiden genügte sicherzustellen, dass wir angesichts dessen uns in höchstem Maße bemüht zeigen werden, unser Ausstellungswesen wenigstens innerhalb unserer Verbandskörperschaft und auch gemeinsam mit all jenen anderen Verbandskörperschaften, die unseren Elan schon derzeit mit Wort und Tat unterstützen, in höchstmöglicher Weise heuer noch florieren zu lassen.

Auch für den „Arbeitsbereich“ innerhalb unserer Terriergemeinschaft gab es – ebenfalls auf einen weiteren Initiativantrag von mir zurückzuführen, nach wenn auch längerer Diskussion sehr erfreuliche Neuerungen:  
Hatte sich der Präsident des ÖKV bislang nie bereit gezeigt, hinsichtlich einer Anerkennung unserer Border Terrier als Jagdhunde und damit Würdigung deren Arbeitsfähigkeit, einem bereits seit langher und auch schon von meinem Vorgänger betriebenen Anliegen, mit dem ÖJGV in entsprechende Vertragsverhandlungen einzusteigen, so hat auch in diesem Punkt durch unsere Überzeugungskraft entgegen Dr. Kreiners Einschätzung die Generalversammlung ihm nunmehr den verbindlichen Auftrag erteilt, dies in Verhandlungen mit dem ÖJGV umzusetzen; da bleiben wir selbstverständlich weiter am Ball, werden auch unsere aktive Argumentationshilfe anbieten und über die Ergebnisse dessen weiter berichten.

Letztlich gelang es uns auch, meinem Antrag auf Änderung der Richterordnung im Bereiche der Aus- und Fortbildungsveranstaltungen argumentativ derartigen Nachdruck zu verleihen, dass auch in diesem Punkte die Generalversammlung den Vorstand verpflichtete, entsprechende der Realität angeglichene Adaptionen im Bereiche der Anrechnung von Fortbildungen und der Weiterbildung allgemein vorzunehmen.

Umgekehrt konnten wir durch unsere Argumente verhindern, dass das bislang stets traditionell den Vereinen selbst zukommende Recht auf Nominierung von Kandidaten für den ÖKV-Beirat, welcher statutengemäß den Vorstand zu überwachen bzw. zu überprüfen hat, in wesentlichen Bereichen auf den Vorstand des ÖKV – so nämlich der Antrag des ÖKV-Vorstandes selbst – ausgeweitet hätte werden sollen. Unser Argument, dass nicht das zu überprüfende Organ sich selbst Leute, die sie überprüfen, nominieren darf bzw. soll, hat – wie ich meine in durchaus nachvollziehbarer Weise – gut überzeugt und der Antrag des ÖKV-Vorstandes fand demnach keine erforderliche qualifizierte Mehrheit.

Nicht nur „extern“, also im Rahmen der GV, waren wir als Verbandskörperschaft sehr erfolgreich, auch intern hat sich im periodischen Zusammenwirken zwischen unserem eigenen Vorstand, unseren Rassebetreuern und –verantwortlichen wahrlich viel getan, gelang es doch, in über mehrere Monate sich hinziehender, meühevoller Überarbeitung unserer Zucht- und Eintragungsbestimmungen diese nun zeitgemäß zu adaptieren und nunmehr dem ÖKV zur Vorlage zu bringen.

Letztlich, und das ist neben einer modernen Zuchtordnung wohl vor allem für die Außenwirkung das Wichtigste, gelang unserem Team rund um unseren Ausstellungsreferenten Heinz Parteder und unsere ewig emsige Sissi Dollmann – DANK Euch Beiden und allen Helfern – nunmehr für das erste Septemberwochenende die schon so lange herbeigesehnte Doppel-Clubsiegerausstellung organisatorisch auf die Ziellinie zu bringen; wir alle brennen schon auf das Stattfinden dieses Großeventes im idyllisch illustren Wasserschloss Aistersheim in Oberösterreich, in dessen wahrlich herrschaftlich würdigem Rahmen wir auch heuer nicht nur den im vergangenen Jahr covidbedingt undurchführbaren Galaabend zur Feier unseres mehr als 100-jährigen Bestehens nachholen werden, sondern davor, nämlich nach der Samstag-Ausstellung am 04. September 2021 und vor dem Galaabend, also ab 16:00 Uhr bis etwa 18:00 Uhr, auch unsere GENERALVERSAMMLUNG abhalten werden, um solcherart möglichst vielen Mitgliedern die Gelegenheit zur Teilnahme zu geben.

Der Ankündigungen sei nunmehr genug, eine letzte – für alle Züchter von besonders wichtiger Bedeutung - muss aber noch folgen:
Angesichts der nunmehr im Moment stattfindenden Öffnungen im COVID-Bereich und dem Umstande gezollt, dass am 04. und 05. September 2021 bereits zwei vollwertige Clubsiegerausstellungen mit CACA-Vergabe stattfinden, hat der Vorstand beschlossen, dass mit 31. August 2021 die der Erleichterung der Erlangung der Zuchttauglichkeit während COVID-Zeiten dienenden Sonderbestimmungen und Lockerungen wieder aufgehoben werden und demnach die Erlangung der Zuchtzulassung sodann ausschließlich nach den jeweils unmittelbar in der Zuchtordnung geltenden Bestimmungen und unter den dort genannten Voraussetzungen stattzufinden hat. Was wir freilich nicht hoffen, allerdings selbstverständlich in Aussicht stellen, ist, dass im Falle neuerlicher Restriktionen wir die Ausnahmeregelungen neuerlich reaktivieren können bzw. müssen.

Fürs Erste verbleibe ich aber Ihnen/Euch einen herrlichen Sommer wünschend, mit den allerbesten kynologischen Grüßen - bleiben Sie bitte gesund!   Ich freue mich schon sehr auf ein Wiedersehen im September in Aistersheim! 

Mag. Gerhard Pöllinger-Sorré

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