Österreichischer Klub

 für Terrier (ÖKfT)

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Link: Covid 19 - Notmaßnahmenverordnung

Geschätzte Freunde unserer Terrier, liebe Terrierfamilie!

Darf ich gleich eingangs mit der Tür ins Haus fallen und voranstellen, dass ich mich weder an der Beschimpfung der österreichischen Bundesregierung beteiligen werde, noch unsere Mitbürger dafür verunglimpfen werde, dass wir derzeit dem von unserem Herrn Bundeskanzler bereits im Sommer am Rande vorangekündigten „schweren Herbst und Winter“ nicht bloß entgegensehen, sondern uns – wohl für viele vor allem in dessen Heftigkeit nicht oder zumindest nicht so schnell erwartet – bereits mitten drin befinden. Wer die Entwicklung über den Tellerrand, also die Landesgrenzen hinweg ebenso neutral, unpolitisch wie auch exakt und unvoreingenommen beobachtet hat, muss eigentlich zwingend zum Ergebnis kommen, dass auch hierzulande niemand daran „Schuld“ hat, denn es geht quer durch Europa mehr oder weniger allen Ländern gleich.

Sprach der Innenminister davon, dass dieser Virus „anzipft“, dann teile ich mit wohl vielen anderen diese Ansicht, allein sie wird uns bei der Bewältigung der Problematik ebenso wenig helfen wie ständiges Lamentieren, Schuldzuweisungen oder Flucht in eine selbstgewählte Depression.

Keiner von uns wird über die mit dem Lockdown-2 verbundenen Einschränkungen frohlocken, wir alle aber können mit etwas positivem Geist trotz alledem das Beste daraus machen. Ich darf Sie in diesem Zusammenhang mit allem Nachdruck bitten, die im Anhang ersichtlichen, durch die COVID-19-Notmaßnahmenverordnung vom 15. November 2020 vorgegebenen einzuhalten, den Worten dieser Regelung nicht durch andauernd destruktives Hinterfragen und Nörgeln ihren Sinn zu nehmen, sondern sie bestmöglich zu unser aller Hilfe und Schutz mit Leben und Sinnhaftigkeit zu beseelen, um nicht dem traurigen Schicksal unserer Dachverbandsführung, die wieder einmal ihr Heil im Zurückziehen und bloßen Ankündigungen findet, die wie zuletzt alle immer kurzfristig revidiert und abgesagt werden, zu unterliegen.

Sehen Sie es als positiv an, dass bereits an allervorderster Stelle das im übrigen jederzeitige „Verlassen des privaten Wohnbereiches“ zum Zweck der „Versorgung von Tieren“ und der „Aufenthalt im Freien zur körperlichen und psychischen Erholung“ bei Einhaltung eines Mindestabstandes von einem Meter ausdrücklich für zulässig erklärt wurden.

Ich fordere Sie aber gleichzeitig auf, den Umstand, dass darüberhinausgehende Aktivitäten verboten sind, wie beispielsweise (Gruppen-)Ausbildung, aber auch Zucht und somit auch Weitergabe von Welpen/Hunden, insoweit sich diese nicht innerhalb dieser engen gesetzlicher Grenzen, i.e. also im eigenen Haushalt bzw. im Bereiche des Lebenspartners oder der einen zulässigen Person für vermehrten Kontakt, abspielen, zu akzeptieren, zu respektieren und demgemäß auch einzuhalten, um damit jener Vorbildwirkung, die unsere organisierte Kynologie auszeichnen soll, auch gerecht zu werden.

Freilich ist der Umstand, dass man aus solchem Grunde Teile seines Zuchtprogramms nicht umsetzen kann, Ausstellungen „versäumt“ und unsere Hunde nicht jünger werden, ja, schließlich mitunter auch nicht exakt vorausplanen kann, wann man selbst Welpen abgeben bzw. auch einen erhofften vierbeinigen „Familienzuwachs“ endlich übernehmen darf, alles andere als befriedigend, wenn die Alternative aber nur darin besteht, im Falle des Zuwiderhandelns die mit einem sinnhaften Lockdown verbundene Unterbrechung der Infektionskette wieder zu zerstören, dann kann, will und werde ich für solche Fälle keinerlei Verständnis aufbringen können.

Spenden Sie jene Energie, die andere ins Ergrübeln von Ausreden und „Schleichwegen“ investieren, in Ihre Familie und Ihre Vierbeiner, die Ihnen das allesamt viel mehr lohnen werden als die kurzfristig vermeintliche und, gestatten Sie mir bitte diese deutliche Positionierung, höchst dumme Freude, den staatlichen Regelungen wieder einmal ein Schnippchen geschlagen zu haben, oder investieren Sie „in sich selbst“ durch kynologische Fortbildung, Auffrischung oder einfach wohltuende Reminiszenzen.

Freilich sind durch die strikten derzeitigen Regelungen zumindest für den Moment alle öffentlichen Vereinsaktivitäten, die wir im „Soft-Lockdown“ überbrückungsweise angeboten haben, wie unsere speziellen COVID-abgestimmten Zuchtzulassungen, derzeit aufs Eis gelegt, ich kann Ihnen aber guten Gewissens versprechen, dass diese schnellstmöglich im Falle von Lockerungen wieder aufgenommen bzw. fortgesetzt werden.

Nehmen Sie es daher bitte positiv, wenn ich Ihnen eine nach Maßgabe bestehender allgemeiner, aber auch individueller Umstände möglichst angenehme Vorweihnachtszeit wünsche, die vorerst zumindest tatsächlich wiederum das wird, was sie, bevor wir alle begannen dem Kaufwahn zu erliegen, gewesen war: die – im höchst Positiven – Stille Zeit des Jahres; möge Sie für uns alle auch eine gesunde Zeit sein und bleiben!

Mit besten kynologischen Grüßen,        
Mag. Gerhard Pöllinger-Sorré      
Präsident des ÖKfT

 

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